Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe freiberufliche Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
im Namen meiner Präsidiumskollegen und stellvertretend für alle Freiberufler, freue ich mich, heute gemeinsam mit Ihnen auf 60 Jahre BFB zurückschauen zu dürfen. Eine beachtliche Zeitspanne, die uns aber auch Verpflichtung ist, unsere Zukunft zu gestalten und unsere Gemeinsamkeiten wieder stärker herauszuarbeiten. Für den BFB bedeutet das, nicht nur Dachmarke, sondern vermehrt auch Schutzmarke zu sein. Schließlich war er das bereits bei seiner Gründung, als sich die Freien Berufe zusammenschlossen - gegen einen allzu dominanten Staat.
Wir haben eine gemeinsame Geschichte, ein gemeinsames Mandat. Darauf müssen wir aufbauen. Wir müssen stärker als bisher verdeutlichen, dass wir Freiberufler tragende Säulen einer freiheitlich demokratischen Grundordnung und damit Garanten für eine funktionierende freiheitliche Gesellschaft sind. Beinahe selbstverständlich sind wir davon ausgegangen, dass jeder Bürger, jede Bürgerin um die Ausnahmestellung der Freien Berufe weiß. Das ist mitnichten der Fall. Dabei können wir uns, wie viele Umfragen belegen, über ein hohes Ansehen bei den Bürgern freuen. Hier müssen wir ansetzen und entgegen dem Trend der Kommerzialisierung der Wirtschaft die Werte beschreiben, die die Freien Berufe auszeichnen. Dazu aber war eine kritische Nabelschau notwendig.
Wir haben Ihnen heute unser neues Leitbild vorgestellt, das wir gemeinsam mit einer unabhängigen Expertengruppe erarbeitet haben. Der Begriff der Freiberuflichkeit wurde am Zeitgeist gespiegelt und die Rolle der Freien Berufe in der Gesellschaft neu fixiert. Auch wurde hiermit ein Wertekanon formuliert, der normative Grundsätze enthält, mit denen sich alle Freiberufler spartenübergreifend identifizieren können. Damit wollen wir uns selbst, aber auch die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, welchen Stellenwert wir für und in der Gesellschaft haben.
So steht im Fokus unseres Festtages der Gedanke, dass Freiberuflichkeit ein schützenswertes Ordnungsprinzip darstellt, das europa-kompatibel und damit zukunftsfähig ist. Diese Leitbild wollen wir intensiv mit Ihnen diskutieren und weiterentwickeln, damit das Vertrauen des Einzelnen, aber auch der Gesellschaft in die freiberufliche Leistung noch weiter wachsen.
Dieses Leitbild ist ehrgeizig und eine anspruchsvolle Selbstverpflichtung, formulieren wir doch Ansprüche, die wir erfüllen wollen, an denen wir aber auch gemessen werden. So ist es Qualitätsgarant für alle, aber auch der Arbeitsauftrag an uns selbst, uns zu erneuern und weiterzuentwickeln. Hier ist das Leitbild ein Kompass für das freiberufliche Selbstverständnis, auf das sich die Freiberufler in eigener Entscheidung, aber auch Verantwortung einschwören.
Das Leitbild ist zudem Argumentationsfundus für Sie. Und das ist notwendig, schließlich müssen wir an allen nur erdenklichen Ecken des politischen Parketts präsent sein und Angriffe gegen die Freiberuflichkeit abwehren. Aber nicht nur dort brauchen wir Sie als unsere Multiplikatoren, sondern auch im direkten Kontakt mit Ihren, also auch unseren Mitgliedern. Es kann nicht genug Tiefenverständnis für all die Alleinstellungsmerkmale der Freiberufler erzeugt werden.
Für Ihr größtenteils ehrenamtliches Engagement möchte ich mich herzlich bedanken und freue mich auf weitere gemeinsame Herausforderungen!
Ihr
Dr. Ulrich Oesingmann
Rede von BFB-Präsident Dr. Ulrich Oesingmann
Rede von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
Rede von Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann
Leitbild der Freien Berufe (Presseversion)
Leitbild der Freien Berufe (Langversion)
Beitrag "Bundeskanzlerin und Leitbild"
Bericht aus unserer Verbandspublikation "der freie beruf", Ausgabe April 2009, über den Tag der Freien Berufe: "Gratulation der Bundeskanzlerin zum 60. und zum Leitbild!"
Fotos der Veranstaltung am 04. März 2009:
Aktuelle Ausgabe "der freie beruf"
![]() |
"der freie beruf"-Jubiläumsausgabe: "Freie Berufe: Ein Leitbild"