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Rechtsformwahl

Zur Ausübung der freiberuflichen Tätigkeit muss eine aus steuerrechtlicher Sicht und zur Minimierung von Haftungsrisiken geeignete und sinnvolle Rechtsform gewählt werden. Hierbei sollten Existenzgründer unbedingt den Rat eines Steuerberaters hinzuziehen. Zur Auswahl stehen grundsätzlich:

•    Einzelfirma
•    Einmann-GmbH (= Kapitalgesellschaft)
•    GbR bzw. BGB-Gesellschaft (= Sozietät)
•    Partnerschaftsgesellschaft
•    Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung
•    Offene Handelsgesellschaft (OHG)
•    Kommanditgesellschaft (KG)
•    Stille Gesellschaft
•    Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Darüber hinaus sind zwei Grundformen freiberuflicher Kooperation denkbar:

  • Berufsausübungsgesellschaften: Sozietät, Gemeinschaftspraxis
  • Betriebsgemeinschaften: Büro-, Praxis-, Apparate-, Laborgemeinschaften

Auch für die Freien Berufe öffnet sich die GmbH immer mehr, z. B. die Zahnarztpraxis oder die Anwaltskanzlei als GmbH.

Das Bundesverfassungsgericht hat Mitte Januar 2016 zur gemeinsamen Berufsausübung von Rechtsanwälten und Ärzten/Apothekern entschieden. § 59a der Bundesrechtsanwaltsordnung sei insoweit verfassungswidrig, als die Regelung eine gemeinschaftliche Berufsausübung zwischen Rechtsanwälten und Ärzten beziehungsweise Apothekern in Form einer Partnerschaftsgesellschaft untersagt. Im Umkehrschluss bedeutet dies eine weitere Öffnung der Sozietät für Dritte wäre nur dann möglich, wenn der hohe Maßstab der Verschwiegenheitsverpflichtung gewahrt bleibe, beispielsweise hinsichtlich anderer verkammerter Freier Berufe, die einer gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht zum Schutze ihrer Mandanten, Auftraggeber oder Patienten unterliegen.

•    Urteil des BVerfG vom 2. Februar 2016, 1 BvL 6/13, zur interprofessionellen Zusammenarbeit, hier anwaltliche Verschwiegenheitspflichten