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Europäischer und Deutscher Qualifikationsrahmen

Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) bildet als Referenzrahmen für lebenslanges Lernen die Leistungen der jeweiligen nationalen Bildungssysteme auf europäischer Ebene in acht Niveaustufen ab. Damit dient er dazu, Lernergebnisse aus allen Bildungsbereichen international verständlicher und vergleichbarer zu machen. In dieser Funktion als Übersetzungshilfe zwischen den Bildungs- und Qualifikationssystemen der EU-Mitgliedstaaten soll er dazu beitragen, dass Arbeitnehmer und Lernende ihre Qualifikationen auch über die eigenen Ländergrenzen hinweg besser nutzen können.

Damit die Ergebnisse des deutschen Bildungssystems EU-weit Anerkennung finden, müssen sie dem EQR angemessen zugeordnet werden können. Dazu ist es notwendig, die nationalen Bildungsleistungen über einen Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) zu definieren.

Der DQR eröffnet die Chance, das deutsche Qualifikationssystem transparenter zu machen, Durchlässigkeit und Mobilität zu fördern sowie die Orientierung von Qualifikationen an Kompetenzen und Lernergebnissen zu unterstützen.
Bei der Entwicklung des DQR soll daher komplementär zum EQR nicht im Vordergrund stehen, wo oder in welchem System Qualifikationen erworben wurden, sondern welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen tatsächlich vorliegen. Jedes Kompetenzniveau soll grundsätzlich auf verschiedenen Wegen erreichbar sein.

Die einzelnen Niveaus umfassen folgende Qualifikationen:
Allgemeinbildende Qualifikationen: Niveau 1 – 4
Anerkannte BBiG/HWO-Ausbildungsberufe: Niveau 3 und 4,
Fachschulische Weiterbildungsqualifikationen und vollqualifizierende 3-jährige Erstausbildungsgänge an Fachschulen (z. B. Gesundheitsfachberufe): Niveau 5
Berufliche Fortbildung nach BBiG/HWO: Niveau 5 – 7
Hochschulische Qualifikationen: Niveau 6 – 8 (Bachelor 6; Master 7), Facharzt: Niveau 7

Der anhand von ausgewählten Qualifikationen/Bildungsgängen erprobte DQR wurde am 10. November 2010 beschlossen, so dass ab 2012 die ausgestellten Qualifikationsbescheinigungen, Diplome und EUROPASS-Dokumente einen klaren Hinweis auf das zutreffende Niveau des EQR enthalten sollen.

Anders als die Berufsanerkennungsrichtlinie ist der EQR/DQR nicht rechtsverbindlich, sondern lediglich eine Empfehlung. Die Berufsanerkennungsrichtlinie wird insoweit auch nicht durch einen EQR/DQR außer Kraft gesetzt.


Wie wirkt sich der EQR/DQR auf die Berufsqualifikationsrichtlinie aus?

Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) ist eine europäische Initiative zur besseren Vergleichbarkeit der nationalen Bildungsabschlüsse in Europa. Die Umsetzung des EQR in den Mitgliedstaaten beruht auf einer Empfehlung der Europäischen Union und ist damit ein Instrument ohne legislativen Charakter. Im Gegensatz dazu ist die Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen ein rechtsverbindliches Instrument.

Nach Erwägungsgrund 9 der Empfehlung zur Einführung des EQR in den Mitgliedstaaten KOM(2006) 479 bleibt die Berufsqualifikationsrichtlinie 2005/36/EG durch den EQR/DQR unberührt. Beide Instrumente haben eine unterschiedliche Zielrichtung und stehen daher nebeneinander.

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