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Freiberufler und Sozialversicherung

Bislang gilt Sozialpolitik als beinahe exklusive Angelegenheit der Tarifparteien - die Freiberufler haben da nichts zu suchen. Warum eigentlich nicht?

In aller Regel und bis auf wenige Ausnahmen ist der Freiberufler als Selbstständiger - wie die meisten gewerblichen Selbstständigen auch - nicht sozialversicherungspflichtig. Im Prinzip fällt die finanzielle Vorsorge für Krankheit, Alter, Arbeitslosigkeit und Unfallschaden in die ureigene Verantwortung des einzelnen Freiberuflers und Selbstständigen als Individuum, und das muss so bleiben.

Aber: In der pluralistischen Gesellschaft, die dieses Achtzig-Millionen-Volk bildet, darf die wirtschaftliche Bedeutung der Berufsgruppe insgesamt nicht bestritten werden, denn:

Der Anteil der freiberuflichen Dienstleistungen am Bruttoinlandsprodukt liegt bei 10,1 Prozent. Als Arbeitgeber für fast 3,3 Millionen Beschäftigte (inkl. Auszubildende), die sozialversicherungspflichtig sind, tragen die rund 1,2 Millionen Selbstständigen in den Freien Berufen in der Bundesrepublik Deutschland ganz erheblich zur Finanzierung der gesetzlichen Sozialversicherung bei, auch wenn sie für sich selbst meist keine Beiträge entrichten und keine Ansprüche erwerben.

Sozialpolitik und möglichst niedrige Sozialversicherungsbeiträge sind daher auch für die Freien Berufe in ihrer Funktion als Arbeitgeber von großer Bedeutung.

Zum 1. Januar 2017 werden in Bereichen Sozialversicherung und Arbeitsmarkt Änderungen in Kraft treten.

Zu den Änderungen und Regelungen zählen u. a.:

  • Der Umlagesatz für das Insolvenzgeld wird im Jahr 2017 von bisher 0,12 Prozent auf 0,09 Prozent gesenkt.

  • Der Arbeitgeberanteil am Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung bleibt unverändert bei 7,3 Prozent. Der vom Bundesgesundheitsministerium festgesetzte durchschnittliche Zusatzbeitragssatz für das Jahr 2017 liegt weiterhin bei 1,1 Prozent, so dass der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung bei insgesamt durchschnittlich 15,7 Prozent verbleibt.

  • Der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung bleibt bei 18,7 Prozent  bzw. in der knappschaftlichen Rentenversicherung bei 24,8 Prozent.

  • Für Beschäftigte, die die Regelaltersgrenze erreicht haben und damit versicherungsfrei sind, entfällt der Arbeitgeberbeitrag zur Arbeitslosenversicherung.

  • Für die Weiterbildungsförderung durch die Bundesagentur für Arbeit ist für Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten keine Kofinanzierung der Weiterbildungskosten durch den Arbeitgeber mehr erforderlich.

 

Rechengrößen zur Sozialversicherung 2017

 


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