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Hier informieren wir kompakt über Nachrichten rund um das Thema Coronavirus.


IAB-Betriebsbefragung zur Covid-19-Krise

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erhebt regelmäßig Daten zur Auswirkung der Corona-Krise auf die Unternehmen. In der achten Welle wurden die Betriebe zusätzlich gefragt, wie sich ihr Geschäftsvolumen im Dezember 2020 gegenüber Dezember 2019 verändert hat. Mit wieder steigender Tendenz sind 31 Prozent überwiegend negativ stark betroffen. Überdies ist das Geschäftsvolumen im Dezember 2020 gegenüber Dezember 2019 bei 46 Prozent gesunken, bei 13 Prozent gestiegen und bei 38 Prozent gleich geblieben.


Öffnungsstrategie erforderlich

Im Vorfeld der Bund-Länder-Beratungen am 10. Februar 2021 forderte BFB-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Ewer, dass es nach vielen Monaten des Lockdowns eine Öffnungsstrategie geben muss, die neben den gesundheitlichen stärker auch wirtschaftliche Perspektiven berücksichtigt. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er: „Es steht viel auf dem Spiel und es gibt ernsthafte Sorgen, dass die Krise dauerhafte Schäden hinterlässt, etwa bei der Bildung und der Infrastruktur.“


Spürbare Arbeitsausfälle

Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 8. Februar 2021 zeigt, dass die coronabedingten Arbeitsausfälle der Erwerbstätigen im aktuellen Lockdown bis Mitte Februar auf 59,2 Millionen Arbeitstage steigen. Das entspricht 6,2 Stunden pro Kopf. Im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hatte der geschätzte Arbeitsausfall 58,6 Millionen Arbeitstage betragen.


Auswirkungen der Corona-Krise auf den Ausbildungsmarkt

Laut einer am 22. Februar 2021 veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung plant ein Zehntel der ausbildungsberechtigten Betriebe, ihr Angebot an Lehrstellen im Ausbildungsjahr 2021/2022 einzuschränken oder ganz darauf zu verzichten. Bei Betrieben, die stark von der Pandemie betroffen sind, ist der Anteil mit einem Viertel noch höher.


Verlängerung der Steuererklärungsfrist

Das Bundeskabinett beschloss am 6. Januar 2021 die Verlängerung der Steuererklärungsfrist für den Veranlagungszeitraum 2019 auf den 31. August 2021 in Form einer Formulierungshilfe für die Koalitionsfraktionen für einen aus der Mitte des Deutschen Bundestages einzubringenden Gesetzentwurf. Eine Verabschiedung der gesetzlichen Grundlage ist im März 2021 geplant. Darüber informierte das Bundesministerium der Finanzen am 7. Januar 2021 in einer Übersicht zu den Corona-Hilfen unter dem Unterpunkt „Steuerliche Hilfen“. Damit wird eine Forderung von Bundessteuerberaterkammer und Deutschem Steuerberaterverband umgesetzt. Der BFB flankierte dies und adressierte es im politischen Dialog.


Verlängerung von Stundungsmöglichkeiten

Steuerpflichtige, die durch die Corona-Krise unmittelbar und nicht unerheblich negativ wirtschaftlich betroffen sind, können bei ihrem Finanzamt – wie bereits seit dem 19. März 2020 – bis zum 31. März 2021 einen Antrag auf (Anschluss-)Stundung grundsätzlich aller Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis im Rahmen eines vereinfachten Verfahrens stellen. Die Stundungen laufen dann längstens bis zum 30. Juni 2021. Diese und weitere Einzelheiten sind in einem Schreiben des Bundesministerium der Finanzen vom 22. Dezember 2020 geregelt.


Jahreswirtschaftsbericht

Das Bundeskabinett beschloss am 27. Januar 2021 den Jahreswirtschaftsbericht 2021 mit dem Titel „Corona-Krise überwinden, wirtschaftliche Erholung unterstützen, Strukturen stärken“. Die Bundesregierung erwartet für 2021 einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um drei Prozent. Die Arbeitslosenquote soll stabil bei 5,8 Prozent bleiben und die Zahl der registrierten Arbeitslosen leicht um 76.000 Personen zurückgehen. Die Bundesregierung startete 2020 ein umfangreiches Konjunkturprogramm, das in der Summe der Haushaltsansätze für 2020 und 2021 ein Gesamtvolumen von rund 180 Milliarden Euro aufweist, darunter rund 40 Milliarden Euro in 2021 für die Corona-Unternehmenshilfen.


Kreditnachfrage der Unternehmen sinkt deutlich, Banken werden restriktiver

Das Interesse an Bankfinanzierungen brach laut einer Mitteilung der KfW vom 28. Januar 2021 im 4. Quartal 2020 geradezu ein. Der Anteil der Mittelständler, der Kreditverhandlungen mit Banken führte, reduzierte sich um rund acht Prozentpunkte auf 22,1 Prozent. Bei den Großunternehmen war der Rückgang mit fast elf Prozentpunkten noch ausgeprägter. In dieser Größenklasse suchten zuletzt noch 28,7 Prozent den Weg zu ihrer Bank. Das sind die jeweils niedrigsten beobachteten Werte seit Beginn der Befragungen in 2017. Für diejenigen Unternehmen, die zurzeit Kreditfinanzierungen anstreben, nehmen die Schwierigkeiten zu. Die KfW-ifo-Kredithürde für den Mittelstand steigt im vierten Quartal geringfügig um 0,4 Prozentpunkte, aber zum sechsten Mal in Folge auf jetzt 22,1 Prozent.


Unternehmen erwarten noch bis Mitte September 2021 Corona-Beschränkungen

Das geht aus einer Konjunkturumfrage des ifo Instituts vom 4. Februar 2021 hervor. Demnach erwarten die Firmen noch 7,4 Monate lang Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Mit einer Normalisierung ihrer eigenen Geschäfte rechnen sie erst in 10,3 Monaten.


Jeder sechste Arbeitslose auf pandemiebedingte Verluste zurückzuführen

Laut der monatlichen Arbeitsmarkstatistik der Bundesagentur für Arbeit, letztmalig veröffentlicht am 29. Januar 2021, zeigte sich der Arbeitsmarkt im Januar 2021 alles in allem weiter in einer robusten Verfassung. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie aber hinterlassen Spuren. In einer flankierenden Mitteilung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales heißt es: „Die Arbeitslosenquote lag im Januar bei 6,3 Prozent, das ist ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Das heißt: 2,9 Millionen Menschen waren im Januar arbeitslos. Das sind rund 190.000 mehr als im Dezember – eine hohe, aber saisontypische Steigerung – und 475.000 mehr als im Januar 2020. Bemisst man den Corona-Effekt an der gegenwärtigen Arbeitslosigkeit, ist rund jeder sechste Arbeitslose auf pandemiebedingte Verluste zurückzuführen.“


„European Statistical Recovery Dashboard“ gestartet

Europäische Daten zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Bereiche Wirtschaft, Finanzen und Soziales sind seit dem 17. Dezember 2020 im „European Statistical Recovery Dashboard“ des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) verfügbar. Es geht zurück auf eine Initiative des Statistischen Bundesamtes im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft und wurde zusammen mit Eurostat und den EU-Mitgliedstaaten entwickelt.


Staat federt Einkommensverluste der Arbeitnehmer durch Corona ab

Das deutsche Sozialsystem dämpft die von Corona ausgelösten Einkommensverluste der Arbeitnehmer erheblich. Zu diesem Schluss kommt eine gemeinsame Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und des ifo Instituts, die am 10. Dezember 2020 veröffentlicht wurde. Die Autoren schätzen, dass durch Corona das Bruttoerwerbseinkommen insgesamt um rund drei Prozent gesunken ist, bei den unteren zehn Prozent der Einkommen sogar um 4,3 Prozent. Aber die Kombination aus Kurzarbeitergeld sowie niedrigeren Steuern und Abgaben verringerte den Rückgang im Durchschnitt auf 1,1 Prozent. Diese Zahlen untermauern das BFB-Argument, wonach die Hilfen für Arbeitnehmer und gerade Solo-Selbstständige auch in den Freien Berufen zu Ungunsten der Selbstständigen auseinanderfallen.


BIP gesunken, 200 Milliarden Euro weniger Wirtschaftsleistung

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war 2020 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um fünf Prozent niedriger als im Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft ist somit nach einer zehnjährigen Wachstumsphase im Corona-Krisenjahr 2020 in eine tiefe Rezession geraten, ähnlich wie zuletzt während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Der konjunkturelle Einbruch fiel aber 2020 insgesamt weniger stark aus als 2009 mit minus 5,7 Prozent. Das teilte Destatis am 14. Januar 2021 mit. Am gleichen Tag veröffentlichte das ifo Institut Berechnungen, wonach der Rückgang des BIP um fünf Prozent einen Ausfall von rund 200 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung bedeutet im Vergleich zu einer Prognose ohne Corona-Krise von plus einem Prozent.


Jahresgutachten 2020/2021

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) stellte am 11. November 2020 sein Jahresgutachten „Corona-Krise gemeinsam bewältigen, Resilienz und Wachstum stärken“ vor. Der SVR rechnet für 2020 mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 5,1 Prozent, vergleichbar mit dem Rückgang im Jahr der Finanzkrise, und für 2021 mit einer langsamen Erholung des BIP um 3,7 Prozent. Die Wirtschaftsweisen begrüßten die rasche Reaktion der Bundesregierung mit sehr umfangreichen Stützungsmaßnahmen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Zudem trägt das Konjunkturpaket der Bundesregierung aus Sicht der Wirtschaftsweisen zur Erholung der deutschen Wirtschaft bei und dürfte die Wirtschaftsleistung temporär um 0,7 bis 1,3 Prozentpunkte erhöhen, wird aber nicht in allen Teilen als zielgenau bewertet.


Infografik des BMWi zu Corona-Hilfen

Auf seiner Website veröffentlicht das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wöchentlich einen illustrierten Überblick zu den bewilligten Finanzierungsvolumen, letztmalig zum Stichtag 23. Februar 2021: Das Hilfspaket setzt sich zusammen aus Krediten des KfW-Sonderprogramms (Bewilligungen: 47,9 Milliarden Euro), Rekapitalisierungen im Rahmen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (8,4 Mrd. Euro) sowie Bürgschaften der Bürgschaftsbanken (1,8 Milliarden Euro) und Großbürgschaften (2,7 Milliarden Euro). Hinzu kommen Zuschüsse in Form der Soforthilfen für kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler (Auszahlungen: 13,6 Milliarden Euro; nur Bundesmittel; Antragstellung bis 31. Mai 2020) und das Überbrückungshilfeprogramm I für kleine und mittelständische Unternehmen (1,4 Milliarden Euro; Fördermonate Juni bis August 2020, Antragstellung bis 9. Oktober 2020). Für das Überbrückungshilfeprogramm II (Fördermonate September bis Dezember 2020, Start: 21. Oktober 2020) wurden bisher etwa 150.900 Anträge im Volumen von 2,3 Milliarden Euro gestellt, die Auszahlungen belaufen sich bisher auf knapp zwei Milliarden Euro. Die Antragstellung für das Überbrückungshilfeprogramm III (Fördermonate November 2020 bis Juni 2021) ist am 10.Februar 2021 gestartet. Bisher sind rund 17.100 Anträge im Volumen von 0,9 Milliarden Euro eingegangen. Es wurden Abschlagszahlungen in Höhe von etwa 0,2 Milliarden Euro geleistet. Seit 16. Februar 2021 können Soloselbstständige einmalig die Neustarthilfe (Fördermonate Januar bis Juni 2021) beantragen. Bisher sind 41.500 Anträge im Volumen von 0,2 Milliarden Euro eingegangen. Die Direktauszahlungen umfassen bisher insgesamt knapp 0,2 Milliarden Euro. Seit 25. November 2020 ist zudem die Antragstellung auf Novemberhilfe möglich. Es sind bisher etwa 339.900 Anträge mit einem Fördervolumen in Höhe von 5,1 Milliarden Euro eingegangen, Auszahlungen erfolgen seit 27. November 2020 und betragen bisher etwa 3,9 Milliarden Euro. Die Antragstellung auf Dezemberhilfe ist seit 23. Dezember 2020 möglich, bisher sind 307.700 Anträge mit einem Fördervolumen von insgesamt 4,9 Milliarden Euro gestellt. Die Auszahlungen betragen bisher rund drei Milliarden Euro.


 

Stand 26. Februar 2021

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