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Krankenversicherung und Pflegeversicherung

Freiberufler müssen, wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger auch, krankenversichert sein: entweder in der gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung. Seit der Verabschiedung der Gesundheitsreform im Jahr 2009 besteht eine allgemeine Versicherungspflicht. Ein Sonderfall sind hier die selbstständigen Künstler und Publizisten. Sie müssen sich über die Künstlersozialversicherung krankenversichern. Dafür müssen sie ihre Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung an die Künstlersozialkasse, die KSK, bezahlen. Diese leitet sie an die Krankenkasse weiter, genauer: an den Gesundheitsfonds.

Grundsätzlich müssen Selbstständige dabei in das Versicherungssystem zurückkehren, in dem sie zuletzt versichert waren: Selbstständige, die zuletzt gesetzlich krankenversichert (GKV) waren, können wieder zurück in ihre alte Kasse, müssen aber die Beiträge rückwirkend zum 1. April 2007 zahlen. Für Selbstständige, die eine private Krankenversicherung (PKV) finden, die sie aufnimmt, entfallen diese Rückzahlungen. Gleichwohl sollte hier bedacht werden, dass die Beiträge bzw. Prämien zur PKV mit zunehmendem Alter steigen.

Personen, die früher gar nicht krankenversichert waren, können entscheiden, ob sie die GKV oder PKV wählen. Beide Systeme dürfen die Selbstständigen dann nicht ablehnen. In der PKV haben sie mindestens Zugang zum sog. Basistarif. Die Beiträge zum Basistarif orientieren sich an Geschlecht und Alter (ohne weitere Risikozuschläge) und dürfen den durchschnittlichen Höchstbeitrag in der GKV nicht überschreiten.

Für Selbstständige, die freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, gilt für das Jahr 2016 ein Mindestbeitrag von etwa 306 bis 319 Euro (je nach Krankengeldanspruch). Liegt Bedürftigkeit vor, kann dieser Beitrag auf etwa 204 bis 213 Euro reduziert werden. Daneben können Krankenkassen von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag erheben. Für die Beitragsbemessung werden alle Einnahmen aus der Selbstständigkeit sowie sonstige Einnahmen – zum Beispiel Einnahmen aus Kapitalvermögen (Zinsen, Dividenden), Vermietung und Verpachtung – berücksichtigt.

Für alle freiwillig versicherten Selbstständigen gilt der einheitliche ermäßigte Beitragssatz, der mit der durch das GKV-Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz (GKV-FQWG) zum 1. Januar 2015 vorgenommenen Absenkung 14,0 Prozent beträgt. Daneben können Krankenkassen von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag erheben. Der Versicherungsschutz umfasst zunächst keinen Krankengeldanspruch. Hauptberuflich selbstständig Erwerbstätige können jedoch ihr Verdienstausfallrisiko zusätzlich absichern über

  • einen Krankengeldwahltarif. Die Krankenkassen müssen einen solchen Tarif anbieten, dürfen dafür aber auch einen Prämienzuschlag verlangen, der von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich sein kann. Gesundheitsprüfungen wie in der privaten Krankenversicherung sind dabei nicht zulässig.
  • die Zahlung des allgemeinen Beitragssatzes in Höhe von 14,6 Prozent, der den "gesetzlichen" Krankengeldanspruch, das heißt die Absicherung des Entgeltausfallrisikos ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit, abdeckt.

Weitere Informationen zum Thema "Krankenversicherungsschutz für Selbstständige" erhalten Sie über das Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums unter Tel.:  030 / 340 60 66 – 01.