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BFB: Kleine Betriebe sterben leise

Staatssekretär Ingo Behnel und BFB-Präsident Dr. Stephan Hofmeister informierten sich im Rahmen des „Sommers der Berufsausbildung“ über die Ausbildung Medizinischer Fachangestellter und darüber, warum sinkende Grundkompetenzen zur Gefahr für die berufliche Bildung werden.

Berlin, 21. September 2026. Der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) hat im Rahmen des „Sommers der Berufsausbildung“ die kinderchirurgische Praxis von Dr. Susanne von der Heydt in Berlin-Wedding besucht. Ingo Behnel, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und BFB-Präsident Dr. Stephan Hofmeister informierten sich vor Ort über die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, einem Beruf, der besondere Anforderungen an Empathie, Geduld und Verantwortungsbewusstsein stellt.

Staatssekretär Ingo Behnel betont: „Die duale Ausbildung in Deutschland ist für die Fachkräftesicherung ein wesentlicher Faktor. In den kleinen und mittleren Unternehmen unseres Landes liegt enormes Potenzial für den Ausbildungsmarkt, dazu gehören beispielsweise auch Arztpraxen. In Deutschland gibt es insgesamt weit mehr als 300 Ausbildungsberufe – der Sommer der Berufsausbildung ist ein gutes Format, um die Vielfalt der Möglichkeiten und die Attraktivität der dualen Berufsausbildung herauszustellen. Sie bietet gute Chancen auf eine stabile Erwerbsbiografie, qualifizierte Beschäftigungen sind deutlich krisensicherer: Nach beruflich qualifizierten Fachkräften gibt es auch weiter eine hohe Nachfrage. Und es lohnt sich auch langfristig, in eine solide Ausbildung zu investieren, anstatt für den schnellen Euro nach der Schule eine Beschäftigung anzunehmen, die keine oder nur geringe Qualifizierung voraussetzt.“ 

„Die Freien Berufe sind unverzichtbar für die Fachkräftesicherung und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Deshalb müssen wir die gesamte Bildungskette stärken, von der schulischen Grundbildung über eine praxisnahe Berufsorientierung bis hin zu attraktiven Ausbildungsangeboten bei den Freien Berufen“, sagt BFB-Präsident Dr. Hofmeister.

Spezialisierung als Chance

Medizinische Fachangestellte (MFA) begleiten junge Patientinnen und Patienten und ihre Familien durch Untersuchungen und Behandlungen, ordnet Dr. Susanne von der Heydt ein. Sie übernehmen damit eine zentrale Rolle, so die Ärztin: „Die Ausbildung von MFA ist für mich eine Herzensangelegenheit, gerade hier in Berlin-Wedding, wo uns die gelebte Vielfalt viel Freude macht. Wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte, aber dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Junge Menschen zu gewinnen und auszubilden bedeutet heute viel mehr als früher: Die Anforderungen im Praxisalltag wachsen, und zusätzlich entladen sich nun noch Sparmaßnahmen auf die Praxen, was es uns sehr schwer macht. Und die MFA-Ausbildung bildet die digitale Realität kaum ab: Anstatt dass die jungen Menschen neueste digitale Kenntnisse in die Praxis bringen, holen sie das bei uns in der Praxis nach. Ich wünsche mir mehr Unterstützung und Wertschätzung für die kleinen und mittleren Praxen, die jeden Tag Verantwortung für Ausbildung übernehmen.“

Die Ausbildungsqualität hängt dabei auch von den Strukturen des Ausbildungsbetriebs ab. Größere Praxen können ihren Auszubildenden Einblicke in viele Arbeitsbereiche bieten. Für spezialisierte Praxen ist das herausfordernd, jedoch bieten sie fundierte Einblicke in ein hoch spezialisiertes Fachgebiet. „Damit Auszubildende trotzdem alle Ausbildungsinhalte kennenlernen, brauchen wir noch engere Kooperationen zwischen Ausbildungsbetrieben und ergänzende Ausbildungsangebote“, so Dr. Hofmeister.

Unterschätzter Beruf

Der BFB sieht im Beruf der Medizinischen Fachangestellten einen der am meisten unterschätzten Ausbildungsberufe. Wie wichtig eine gute Grundbildung für seinen Erfolg ist, zeigen die aktuellen PISA-Ergebnisse: Immer mehr junge Menschen erwerben grundlegende Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften nicht ausreichend. Fehlen diese Grundlagen, brechen Auszubildende ihre Ausbildung häufiger ab oder bestehen die Abschlussprüfung nicht.

Der BFB fordert deshalb, die gesamte Bildungskette in den Blick zu nehmen, von der schulischen Grundbildung über die Berufsorientierung bis zur betrieblichen Ausbildung. Der Austausch mit Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben zeigt: Gute Ausbildung braucht engagierte Betriebe, verlässliche Strukturen und den Mut zu neuen Wegen – auch und gerade in spezialisierten Bereichen wie der Kinderchirurgie.

 

Der BFB online:

Web: www.freie-berufe.de
LinkedIn: www.linkedin.de/company/bundesverband-der-freien-berufe
Podcast „Klotzki und Sigmund“: https://open.spotify.com/show/3kou6SA60SDyUpDbZVdm9e

 

Ihr Ansprechpartner:

Luca Samlidis

Head of Media | Pressesprecher

+49 157 36303806
030 28 44 44 32

 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Do, 20. August 2026

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