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BFB: Kleine Betriebe sterben leise

Berlin, 20. August 2026. Rund drei Millionen der 3,5 Millionen Unternehmen in Deutschland beschäftigen bis zu neun Mitarbeitende, zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion. Das bestätigt erneut: Die deutsche Wirtschaft wird von kleinen Teams getragen, nicht von Konzernen.

 

„Wer Wirtschaftspolitik macht, muss diese Realität mitdenken“, sagt BFB-Präsident Dr. Stephan Hofmeister. „Sonst geht Politik an der Mehrheit der Betriebe vorbei.“

 

Kleine Teams, große Aufgabe

 

Auch die rund 1,49 Millionen selbstständigen Freiberuflerinnen und Freiberufler in Deutschland arbeiten überwiegend in kleinen Einheiten, in Praxen, Kanzleien und Büros mit im Schnitt rund drei Mitarbeitenden. Politische Vorhaben und Gespräche orientieren sich aber häufig an großen Konzernen, die Kleinstbetriebe geraten ins Hintertreffen. Genau diese Struktur trägt jedoch entscheidend zur Versorgung des Landes bei.

 

Kleine Betriebe sterben nicht laut

 

Ein Großkonzern verschwindet mit Schlagzeilen. Ein kleiner Betrieb verschwindet oft leise, wenn eine Nachfolge scheitert, eine Praxis nicht weitergeführt wird oder Bürokratie die letzten Kapazitäten aufzehrt. Laut Bundesregierung haben allein 2024 und 2025 rund 215.000 Unternehmen eine Nachfolge angestrebt. Wie viele davon eine Lösung gefunden haben, erfasst die Regierung nach eigenen Angaben nicht.

 

„Auch kleine Einheiten können sterben, nur eben langsam und ohne, dass es in Berlin jemand bemerkt“, so Hofmeister. „Gerade sie sind es aber, die in der Fläche Gesundheitsversorgung, Rechtsstaat, Wohnen und Infrastruktur sichern. Kleine Einheiten und Betriebe haben vor Ort ein Gesicht. Sie verschwinden nicht, wenn woanders mehr verdient werden kann. Sie geben Menschen ein Gefühl der Sicherheit und Wertschätzung, sie stehen ein für ihre Arbeit. Das unterscheidet sie von anonymen Großkonzerne. Damit stabilisieren sie eine Gesellschaft und die Akzeptanz der Demokratie. Wenn eine Landarztpraxis oder eine Kanzlei, eine Apotheke oder ein Ingenieurbüro auf dem Land aufgeben, merken das die Menschen in der Region. Niemand sonst springt im Zweifel ein.“ 

 

Der BFB fordert seit Jahren, Nachfolge, Bürokratieabbau und Rahmenbedingungen für Klein- und Kleinstbetriebe künftig gezielter mitzudenken. Nicht nur als Randnotiz größerer Mittelstandspolitik, sondern als eigenständigen Schwerpunkt. Nur so lässt sich verhindern, dass ausgerechnet die Strukturen wegbrechen, auf die Menschen in der Fläche täglich angewiesen sind. 

 

Über den BFB:

Der Bundesverband der Freien Berufe e. V. (BFB) vertritt als einziger Spitzenverband der freiberuflichen Kammern und Verbände die Interessen der Freien Berufe, darunter sowohl Selbstständige als auch Angestellte, in Deutschland. Allein die rund 1,49 Millionen selbstständigen Freiberuflerinnen und Freiberufler steuern rund zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Sie beschäftigen knapp 4,8 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – darunter knapp 129.000 Auszubildende. Die Bedeutung der Freien Berufe für Wirtschaft und Gesellschaft geht jedoch weit über ökonomische Aspekte hinaus: Die Gemeinwohlorientierung ist ein Alleinstellungsmerkmal der Freien Berufe.

 

Der BFB online:

 

Web: www.freie-berufe.de
LinkedIn: 
www.linkedin.de/company/bundesverband-der-freien-berufe
Podcast „Klotzki und Sigmund“: https://open.spotify.com/show/3kou6SA60SDyUpDbZVdm9e

 

Ihr Ansprechpartner:

Luca Samlidis

Head of Media | Pressesprecher

+49 157 36303806
030 28 44 44 32

 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Mo, 24. August 2026

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