BannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildJournalistBannerbild
  • Link zur Seite versenden
  • Ansicht zum Drucken öffnen
 

Selbstverwaltung und Selbstständigkeit

Freiberufliche Selbstverwaltung organisiert Verantwortung dort, wo fachliche Entscheidungen getroffen werden. Sie sorgt dafür, dass zentrale Dienstleistungen der Daseinsvorsorge verlässlich, qualitätsgesichert und nah an den Menschen erbracht werden. Weil Freiberuflerinnen und Freiberufler eigenverantwortlich handeln und zugleich verbindlichen Berufsregeln unterliegen, entsteht ein System, das Versorgung sichert, Vertrauen schafft und staatliche Strukturen wirksam ergänzt. Persönliche Leistung, fachliche Weisungsfreiheit und berufsrechtliche Verantwortung bilden dabei den Rahmen. Die Interessen von Patientinnen, Mandanten und Klienten stehen im Mittelpunkt.

 

Was Selbstverwaltung im Freien Beruf bedeutet

Selbstverwaltung verbindet berufliche Autonomie mit klaren Regeln und verbindlicher Qualitätssicherung. Sie schafft Strukturen, in denen Verantwortung übernommen und Professionalität gewährleistet wird.

 

Autonomie bedeutet weisungsunabhängiges Arbeiten innerhalb eines klar geregelten beruflichen Rahmens. Qualitätssicherung erfolgt durch verbindliche Standards, Berufsordnungen und kontinuierliche Weiterbildung, vor allem organisiert über die Kammern. Interessenvertretung bündelt die Belange der Freien Berufe in Fragen von Sozialversicherung, Steuern, Berufsrecht, Bildung und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

 

Die funktionale Selbstverwaltung ist ein zentrales Element freiberuflicher Tätigkeit in Deutschland und wurde in ihrer Bedeutung durch Rechtsprechung vielfach bestätigt. Kammern und Verbände sichern Berufsrechte und wahren grundlegende Prinzipien wie Qualitätsstandards, Gebührenordnungen, Fremdkapitalregelungen und Vorgaben für freiberufliche Organisationsformen. Qualität bleibt der Maßstab, an dem freiberufliche Leistungen gemessen werden.

 

Selbstverwaltung als Stabilitätsfaktor

Die Organisation der Freien Berufe über Kammern, Körperschaften und Verbände verbindet fachliche Kompetenz mit Praxisnähe und gesellschaftlicher Verantwortung. Sie sorgt für Transparenz, sichert Qualität und ermöglicht strukturierte Meinungsbildung innerhalb der Berufsgruppen. Für die Politik sind diese Institutionen zentrale Ansprechpartner, insbesondere bei der Bewertung von Gesetzesfolgen und der Einbindung fachlicher Expertise.

 

Im Koalitionsvertrag 2025 bekennt sich die Bundesregierung ausdrücklich zur Stärkung der Selbstverwaltung der Freien Berufe und der berufsständischen Versorgungswerke sowie zu mehr Rechtssicherheit durch eine Reform des Statusfeststellungsverfahrens. Dieses Ziel unterstützt der BFB.

 

Selbstständigkeit stärken heißt Versorgung sichern

Die Selbstständigen in den Freien Berufen tragen wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Sicherung zentraler Dienstleistungen bei. Zwischen 2020 und 2025 ist ihre Zahl um rund 42.000 gestiegen. Die größte Gruppe bilden die Freien Heilberufe, gefolgt von rechts, steuer- und wirtschaftsberatenden Berufen. Der Anteil selbstständiger Frauen wächst, besonders bei Ärztinnen und Architektinnen.

 

Damit Selbstständigkeit attraktiv bleibt, braucht es klare und verlässliche Rahmenbedingungen. Dazu zählen Rechtssicherheit, faire Sozialversicherungsbeiträge, weniger Bürokratie sowie effiziente und digitale Verwaltungsverfahren. Unternehmertum muss gesellschaftlich anerkannt und früh vermittelt werden, etwa in Schule, Studium und Berufsorientierung.

 

Auch erfahrene Freiberuflerinnen und Freiberufler im Rentenalter leisten einen wichtigen Beitrag. Die Aktivrente sollte deshalb auch Selbstständige einbeziehen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können etwa ältere Ärztinnen, Anwälte, Steuerberaterinnen und Psychotherapeutinnen helfen, Versorgungslücken zu vermeiden, wenn passende Anreize bestehen.

 

Zentrale Anliegen des BFB sind Respekt für unternehmerische Leistung, verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen, faire Sozialversicherungsregelungen, Zugang zur Aktivrente auch für Selbstständige sowie konsequenter Bürokratieabbau.

 

Frauen in der freiberuflichen Selbstständigkeit stärken

Der BFB engagiert sich gezielt für mehr Unternehmerinnen. Seit Mai 2023 ist er Teil des Aktionsplans „Mehr Unternehmerinnen für den Mittelstand“ des Bundeswirtschaftsministeriums. Gemeinsam mit Ministerien, Verbänden und wissenschaftlichen Einrichtungen werden Maßnahmen gebündelt, um selbstständige Frauen zu fördern.

 

Die jährliche Vorbilderaktion macht erfolgreiche Freiberuflerinnen sichtbar und zeigt, wie vielfältig und zukunftsorientiert Selbstständigkeit gestaltet werden kann. Ergänzend setzt sich der BFB für bessere Vereinbarkeit von Unternehmertum und Familie ein. Ein gemeinsames Positionspapier mit Partnern fordert Verbesserungen bei Mutterschutz, Elternzeit, Elterngeld und steuerlicher Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten. Anfang 2025 wurde ein wichtiger Schritt erreicht, als die steuerliche Berücksichtigung von Kinderbetreuungskosten deutlich verbessert wurde.

 

Dialog, Politik und Praxis

Mit Konferenzen, parlamentarischen Formaten und Fachveranstaltungen bringt der BFB das Thema Selbstständigkeit kontinuierlich in Politik und Öffentlichkeit ein. Im Mittelpunkt stehen Gründungsbedingungen, Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum sowie die Rolle selbstständiger Frauen in Wirtschaft und Gesellschaft.

 

Ziel bleibt eine moderne, faire und zukunftsfähige Selbstständigkeit, die Menschen ermutigt, Verantwortung zu übernehmen und unternehmerisch tätig zu sein.