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Wirtschaft, Arbeit, Soziales

Freie Berufe verbinden unternehmerische Verantwortung mit qualifizierter Beschäftigung. Sie sind Vertrauensdienstleister, Arbeitgeber und Ausbilder zugleich. Dieses Zusammenspiel prägt ihren Beitrag für Wirtschaft und Gesellschaft. Grundlage ist ein klar strukturiertes System mit Selbstverwaltung, verbindlichen Berufsregeln und konsequenter Qualitätsorientierung. So entstehen verlässliche Arbeitsplätze, hochwertige Dienstleistungen und stabile Strukturen.

 

Arbeitsmarkt im Wandel

Demografischer Wandel und Fachkräfteengpässe erhöhen den Druck auf Arbeitsmarkt und Versorgung. Der BFB setzt sich für bessere Beschäftigungschancen und eine höhere Erwerbsbeteiligung ein. Frauen, ältere Beschäftigte, Menschen mit Behinderungen und Zugewanderte müssen ihre Potenziale stärker einbringen können. Zugleich bleiben qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland für viele freiberufliche Tätigkeiten unverzichtbar.

 

Digitale Technologien verändern Arbeitsabläufe und ermöglichen orts- und zeitflexibles Arbeiten. Für die Freien Berufe bedeutet das neue Chancen, aber auch klare Anforderungen. Datenschutz und Berufsgeheimnis müssen jederzeit gewährleistet sein. Bürokratie darf flexible Arbeitsformen nicht behindern. Ein modernes Arbeitszeitrecht soll sowohl Angestellten als auch Selbstständigen gerecht werden und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Hohe Arbeitsschutzstandards und die bestehenden Grenzen der wöchentlichen Höchstarbeitszeit bleiben dabei Grundlage.

 

Soziale Sicherung weiterentwickeln

Sozialpolitik betrifft auch die Freien Berufe. Selbstständige tragen in der Regel eigenverantwortlich Vorsorge für Krankheit, Alter, Arbeitslosigkeit und Unfall. Dieses Prinzip individueller Verantwortung bleibt zentral. Gleichzeitig leisten selbstständige Freiberufler als Arbeitgeber einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung der gesetzlichen Sozialversicherung, auch wenn sie selbst häufig keine Ansprüche erwerben.

 

Viele verkammerte Freie Berufe sind Pflichtmitglieder in ihren berufsständischen Versorgungswerken, unabhängig davon, ob sie angestellt oder selbstständig tätig sind. Diese Einrichtungen sichern Altersvorsorge und Schutzsysteme branchenspezifisch und haben sich über Jahrzehnte bewährt.

 

Verlässliche Rahmenbedingungen für Selbstständige

Für eine ausgewogene soziale Sicherung fordert der BFB ein rechtssicheres und transparentes Statusfeststellungsverfahren, um Scheinselbstständigkeit klar abzugrenzen. Verfahren müssen schnell, nachvollziehbar und mit effektiven Rechtsbehelfen ausgestattet sein. Klare Kriterien und branchenspezifische Positivmerkmale sollen echte Selbstständigkeit eindeutig erkennbar machen.

 

Das Drei Säulen System der Altersvorsorge muss erhalten bleiben. Betriebliche und private Vorsorge sind als gleichwertige Bausteine auch für Selbstständige zu stärken. Für bisher nicht obligatorisch abgesicherte Selbstständige braucht es Wahlfreiheit bei der Vorsorgeform. Die berufsständischen Versorgungswerke der Freien Berufe sind zu sichern und ihre Abgrenzung zur gesetzlichen Rentenversicherung rechtssicher zu regeln, auch mit Blick auf Vertrauensschutz bei beruflichen Veränderungen.

 

Der BFB setzt sich dafür ein, dass Arbeit, soziale Sicherung und wirtschaftliche Entwicklung zusammen gedacht werden. Ziel sind verlässliche Rahmenbedingungen, die Beschäftigung sichern, unternehmerische Verantwortung stärken und die soziale Stabilität langfristig gewährleisten.