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Gründen in den Freien Berufen

Der Schritt in die Selbstständigkeit ist für viele Freiberuflerinnen und Freiberufler ein zentraler Meilenstein. Ob Neugründung oder Praxis-, Kanzlei-, Apotheken- oder Büroübernahme: Kammern und Verbände der Freien Berufe begleiten diesen Weg mit Beratung, Orientierung und konkreten Unterstützungsangeboten. Erste Ansprechpartner sind in der Regel die zuständigen Kammern und Berufsorganisationen.

 

Beratung und Unterstützung nach Berufsgruppen

Für Apothekerinnen und Apotheker stellen die Landesapothekerkammern und Landesapothekerverbände umfassende Informationen zur Gründung oder Übernahme einer Apotheke bereit. Koordiniert wird dies durch die ABDA, die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

 

Architektinnen und Architekten erhalten Beratung vor allem über die jeweiligen Länderkammern. Ergänzend bestehen bundesweit Initiativen und Programme zur Förderung von Gründerinnen, Coaching- und Mentoringangebote, ein zentrales Fort- und Weiterbildungsportal sowie Verweise zu allen Architektenkammern der Länder. Die Architektenkammer Berlin betreibt zudem eine Plattform für Unternehmensnachfolge und Gründung im Rahmen der Initiative Unternehmensnachfolge aus der Praxis für die Praxis des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Auch zahlreiche Länderkammern bieten gezielte Beratung zur Existenzgründung an.

 

Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten werden über das Gründerzentrum physio START des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten IFK begleitet. Unterstützt wird bei Zulassung und rechtlichen Rahmenbedingungen, Standortwahl, Businessplan, Organisation und wirtschaftlicher Planung.

 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte finden Unterstützung beim Deutschen Anwaltverein. Das Forum Junge Anwaltschaft bietet Austausch und Orientierung für den Berufseinstieg und auch zu Gründungsthemen. Ergänzend stellt der DAV Informationsmaterial zur Kanzleigründung bereit. Die Arbeitsgemeinschaft Anwältinnen bietet Mentoring durch erfahrene Kolleginnen, auch mit Fokus auf Selbstständigkeit.

 

Zahnärztinnen und Zahnärzte werden durch die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung begleitet, insbesondere mit Informationen zu den Schritten in das zahnärztliche Berufsleben.

 

Finanzierung und Fördermöglichkeiten

Freiberufliche Gründungen erfordern häufig Finanzierungslösungen, die neben klassischen Sicherheiten auch persönliche und fachliche Kompetenzen berücksichtigen. Dafür braucht es spezifisches Verständnis im Bankensektor für freiberufliche Geschäftsmodelle.

 

Die Deutsche Apotheker und Ärztebank begleitet Heilberuflerinnen und Heilberufler als spezialisierter Finanzierungspartner mit individueller Kredit und Finanzierungsberatung. Informationen zu Angeboten und Finanzierungsmöglichkeiten gibt es hier.

 

Neben klassischen Praxiskrediten bietet die apoBank mit Exi mit Airbag ein spezielles Darlehen für Existenzgründer. Kommt es innerhalb der ersten drei Jahre nach Niederlassung zu einem Insolvenzverfahren, werden Forderungen aus dem Existenzgründungsdarlehen nicht im Insolvenzverfahren geltend gemacht.

 

Einen Überblick über öffentliche Förderprogramme bietet die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

 

Existenzgründerdarlehen der KfW Mittelstandsbank werden über die jeweilige Hausbank im Rahmen des Hausbankprinzips vergeben. Aktuelle Informationen zu Konditionen und Programmen stellt die KfW direkt bereit.

 

Bürgschaftsbanken bieten eine wichtige Alternative, wenn klassische Sicherheiten fehlen. Bürgschaftsdarlehen werden von Bürgschaftsbanken in den Bundesländern vergeben. Einen Überblick über Angebote und Ansprechpartner stellt der Verband der Bürgschaftsbanken bereit.

 

Rahmenbedingungen für erfolgreiche Gründungen

Der BFB setzt sich seit Jahren für bessere Finanzierungsbedingungen für die Freien Berufe ein. Dazu gehören neue Finanzierungsmodelle, die auch persönliche Kompetenzen berücksichtigen, eine stärkere Qualifizierung von Bankmitarbeitenden bei der Bewertung freiberuflicher Tätigkeiten, weiterentwickelte Ratingverfahren für Praxen, Kanzleien und Büros sowie größere Entscheidungsspielräume bei der Kreditvergabe.

 

Zugleich braucht es verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie, digitale und effiziente Verwaltungsverfahren sowie eine stärkere gesellschaftliche Anerkennung von Selbstständigkeit. Ziel ist ein Umfeld, das Gründung erleichtert, Nachfolge sichert und Freiberuflerinnen und Freiberuflern ermöglicht, Verantwortung zu übernehmen und ihre berufliche Zukunft selbst zu gestalten.