Berlin, 3. Juni 2026. Die Mitgliedsorganisationen des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB) sind am Dienstag zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung in Berlin zusammengekommen. Im Mittelpunkt standen Wahlen zum Präsidium und Vorstand sowie die Diskussion aktueller Herausforderungen für die Freien Berufe. BFB-Präsident Dr. Stephan Hofmeister betonte, dass die Freien Berufe unter zunehmenden Druck stünden. Renditegetriebene Finanzinvestoren griffen immer stärker in die Freiberuflichkeit ein und der wirtschaftspolitische Kurs der Bundesregierung sei unzureichend. „Wenn wir in Deutschland unsere Versorgung langfristig sichern und dabei wettbewerbsfähig bleiben wollen, muss die Bundesregierung jetzt einen konkreten Plan vorlegen“, so der BFB-Präsident.
Dr. Ermler neues BFB-Präsidiumsmitglied
Das Präsidium, das höchste von der Mitgliederversammlung gewählte Gremium, wird künftig durch Dr. Romy Ermler, Präsidentin der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), verstärkt. Sie folgt auf Prof. Dr. Christoph Benz und übernimmt das Amt der Vizepräsidentin des BFB.
Neu in den Vorstand gewählt wurde Dr. Markus Sikora, Präsident der Bundesnotarkammer. Er folgt auf Prof. Dr. Jens Bormann, LL.M.
Außerdem wurde Dr. Fabian Widder, Vizepräsident des Deutschen Anwaltvereins, neu in den BFB-Vorstand gewählt. Er folgt auf Dr. Ulrich Karpenstein (ebenfalls DAV).
Neben den Personalentscheidungen stand die aktuelle Lage der Freien Berufe im Fokus der Beratungen. BFB-Präsident Dr. Stephan Hofmeister verwies auf die tiefgreifenden Veränderungen, mit denen sich viele freiberufliche Strukturen derzeit konfrontiert sehen.
„Die Freien Berufe stehen vor einer entscheidenden Wegmarke. Das zunehmende Interesse externer Investoren an traditionell freiberuflich geprägten Strukturen, Diskussionen über bewährte Formen der Selbstverwaltung und die wirtschaftliche Unsicherheit in Deutschland zeigen, dass wir die Rahmenbedingungen für freiberufliches Arbeiten aktiv verteidigen und weiterentwickeln müssen“, adressierte Hofmeister bereits am Vorabend der Mitgliederversammlung an den Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit, Michael Meister. „Die Gemeinschaft der Freien Berufe ist gerade jetzt, in Zeiten von Polarisierung und gesellschaftlicher Unsicherheit, gefragt wie nie. Gemeinsames Handeln für starke Freie Berufe ist ein Schlüssel für die Stabilisierung der Demokratie.“
Der BFB sieht insbesondere die Gemeinwohlorientierung, die Selbstverwaltung und die Eigenverantwortung der Freien Berufe als wesentliche Erfolgsfaktoren für Versorgung, Rechtsstaatlichkeit, Innovation und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Hofmeister betont: „Die Freien Berufe übernehmen Verantwortung für Millionen Menschen in Deutschland. Umso wichtiger ist es, dass Politik und Gesellschaft die Bedeutung dieser Strukturen erkennen und stärken. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umbrüche braucht es weniger Staat und mehr Vertrauen in dezentrale, leistungsfähige und gemeinwohlorientierte Strukturen.“
Über den BFB:
Der Bundesverband der Freien Berufe e. V. (BFB) vertritt als einziger Spitzenverband der freiberuflichen Kammern und Verbände die Interessen der Freien Berufe, darunter sowohl Selbstständige als auch Angestellte, in Deutschland. Allein die rund 1,49 Millionen selbstständigen Freiberuflerinnen und Freiberufler steuern rund zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Sie beschäftigen knapp 4,8 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – darunter knapp 129.000 Auszubildende. Die Bedeutung der Freien Berufe für Wirtschaft und Gesellschaft geht jedoch weit über ökonomische Aspekte hinaus: Die Gemeinwohlorientierung ist ein Alleinstellungsmerkmal der Freien Berufe.
Der BFB online:
Web: www.freie-berufe.de
LinkedIn: www.linkedin.de/company/bundesverband-der-freien-berufe
Podcast „Klotzki und Sigmund“: https://open.spotify.com/show/3kou6SA60SDyUpDbZVdm9e
Ihr Ansprechpartner:
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