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Freie Berufe fordern mehr Tempo bei Resilienz und Infrastruktur

BFB-Umfrage zeigt deutliche Zweifel an der Krisenvorbereitung Deutschlands – Neujahrskonferenz am 13. Januar in Berlin.

Berlin, 9. Januar 2026. Deutschland ist auf einen Verteidigungs- oder Krisenfall unzureichend vorbereitet. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Kurzumfrage des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB) unter seinen Mitgliedsorganisationen. Auf einer Skala von 1 bis 6 (6 = sehr gut vorbereitet) bewerten die teilnehmenden Spitzenverbände und Kammern den Vorbereitungsstand Deutschlands mit einem durchschnittlichen Wert von 2,2 – ein Ergebnis, das der BFB als „alarmierend“ einstuft.

Die Betroffenheit der Freien Berufe von steigenden Anforderungen an Resilienz ist hingegen hoch: Für die militärische Dimension liegt der Durchschnitt bei 4,0, bei ziviler Resilienz ähnlich. „Die Freien Berufe wissen um ihre Bedeutung für die demokratische Infrastruktur – in Medizin, Recht, Planung oder Bildung. Aber sie erwarten, dass der Staat schneller wird“, erklärt BFB-Hauptgeschäftsführer Peter Klotzki. „Am Ende geht es um uns alle.“ Die Freien Berufe werden die Ergebnisse auf ihrer Neujahrskonferenz am 13. Januar diskutieren.

Bürokratieabbau statt Paragrafenkrieg

Als wichtigste Maßnahmen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit nannten die Befragten vor allem Bürokratieabbau, schnellere Entscheidungsprozesse und die Modernisierung kritischer Infrastruktur. „Wenn Resilienz gelingen soll, brauchen wir Effizienz statt Überregulierung und klare Zuständigkeiten statt Wirrwarr“, so Klotzki weiter. Außerdem dürfe Resilienz nicht gegen Bemühungen um mehr Klimaschutz ausgespielt werden: „Zwischen ökologischer Nachhaltigkeit und Resilienz gibt es keinen Zielkonflikt. Beides funktioniert nur miteinander. Auch hierzu tragen die Freien Berufe maßgeblich bei.“

Die Umfrage erfasst auch Einschätzungen zu den wirtschaftlichen Effekten der gestiegenen Verteidigungsausgaben. Während ein gewisser positiver Effekt auf die Gesamtwirtschaft gesehen wird, bleibt der unmittelbare Nutzen für die jeweiligen Berufsgruppen deutlich geringer.

Der BFB veröffentlicht die Ergebnisse im Vorfeld seiner Neujahrskonferenz am 13. Januar 2026. Im Allianz Forum am Pariser Platz diskutieren Spitzenvertreterinnen und Spitzenvertreter der Freien Berufe unter anderem Generalleutnant André Bodemann, Dr. Stephanie Bauer (Forschungszentrum Jülich), Bischof Dr. Bernhard Felmberg und der Militärhistoriker Dr. Sönke Neitzel über Resilienz, Verantwortung und die Rolle freier Professionen in unsicheren Zeiten.

Akkreditierungsanfragen nimmt der BFB unter presse@freie-berufe.de bis zum 11. Januar 2026, 20 Uhr, entgegen. Gerne vermitteln wir Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner.

Über den BFB:

Der Bundesverband der Freien Berufe e. V. (BFB) vertritt als einziger Spitzenverband der freiberuflichen Kammern und Verbände die Interessen der Freien Berufe, darunter sowohl Selbstständige als auch Angestellte, in Deutschland. Allein die rund 1,49 Millionen selbstständigen Freiberuflerinnen und Freiberufler steuern knapp zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Sie beschäftigen über 4,7 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – darunter ca. 129.000 Auszubildende. Die Bedeutung der Freien Berufe für Wirtschaft und Gesellschaft geht jedoch weit über ökonomische Aspekte hinaus: Die Gemeinwohlorientierung ist ein Alleinstellungsmerkmal der Freien Berufe.

Der BFB online:

Web: www.freie-berufe.de
LinkedIn: www.linkedin.de/company/bundesverband-der-freien-berufe
Podcast „Rollentausch“: https://open.spotify.com/show/47GNVNDd5itw4HwMoGysf7

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