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Prof. Dr. Ewer: „Gründergeist stärken“

Laut der Freiberufler-Statistik 2020 steigt die Zahl der selbstständigen Freiberufler zum 1. Januar 2020 um 1,3 Prozent auf 1,45 Millionen. Auch bringen die Freien Berufe gerade bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung überdurchschnittliche Impulse.

„Diese Statistik spiegelt den Vorkrisenstatus. Erst im kommenden Jahr werden wir entlang einer belastbaren Statistik vermessen können, welche Auswirkung die Corona-Krise insbesondere auf die Gründungsdynamik in den Freien Berufen hat. Zum Jahresbeginn ist die Zahl der selbstständigen Freiberufler auf nunmehr 1,45 Millionen Personen geklettert. Ein Plus von 1,3 Prozent. Die Dynamik flacht ein wenig ab. Im Vorjahr lag das Plus bei 1,8 Prozent“, so BFB-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Ewer zur Statistik zu den Selbstständigen in den Freien Berufen zum Stichtag 1. Januar 2020, die das Institut für Freie Berufe für den Bundesverband der Freien Berufe e. V. (BFB) erhoben hat.

Und führt fort: „Die bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie gute Lage am Arbeitsmarkt verstärkt den Trend zum Angestellten-Dasein auch in den Freien Berufen. Und dennoch präsentieren sich die Freien Berufe bislang als Jobmotor: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in ihren Teams ist mit plus 7,4 Prozent kräftig angezogen und hat Durchschlagskraft auf den Arbeitsmarkt. Während die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Deutschland insgesamt um 1,63 Prozent gestiegen ist, wären es ohne die Freien Berufe nur 1,36 Prozent gewesen.

Die Politik, aber auch die Berufsorganisationen müssen einen besonderen Fokus auf Neugründungen wie auch Unternehmensnachfolgen legen und Gründer sowie Nachfolger beim Schritt in die Selbstständigkeit auch in Corona-Zeiten begleiten.

Freiberufler tragen die Selbstständigkeit in ihrer DNA: Sie sind fachlich und von den Interessen Dritter unabhängige und eigenverantwortliche Wissens- und Vertrauensdienstleister und tragen die volle Verantwortung für ihr Handeln. Freiberufliche Gründungen sind bislang überdies überdurchschnittlich stabil und die Freien Berufe gründungsintensiver als die übrige Wirtschaft.

Wir müssen alle Kräfte aufbieten, um den Gründergeist zu stärken. Dazu hat die große Koalition schon vor Corona weitere Impulse identifiziert, wie etwa eine grundsätzliche Umsatzsteuerbefreiung in den ersten beiden Jahren nach Gründung. Solche Projekte dürfen nicht aus dem Fokus geraten, sondern müssen beherzt angegangen und ergänzt werden. Um das Gründungsklima nachhaltig zu fördern, muss Selbstständigkeit mehr Wertschätzung erfahren, etwa indem ökonomische Bildung und Unternehmertum fest im Schulunterricht verankert werden.“

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Zum Jahresbeginn 2020 stieg die Zahl der selbstständigen Freiberufler auf 1.450.000, plus 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1.432.000 Personen.

Den größten Zuwachs verzeichnen die technisch-naturwissenschaftlichen Freiberufler von 280.000 auf 287.000 Personen, plus 2,5 Prozent. Es folgen die freien Heilberufe, deren Zahl von 421.000 auf 426.000 Personen steigt, plus 1,2 Prozent. Die freien Kulturberufe legen zu von 332.000 auf 335.000 Personen, plus 0,9 Prozent. Und zu den rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden Freiberuflern zählen nach 399.000 nunmehr 402.000 Personen, plus 0,8 Prozent.

Der Anteil der Freiberufler an allen Selbstständigen steigt, von 33,9 auf 34,4 Prozent.

Überdies arbeiten immer mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte* in einem Freiberufler-Team, nach zuvor 3.597.000 sind es im Jahresdurchschnitt jetzt 3.864.000 Personen, plus 7,4 Prozent. Auch gibt es mit nunmehr 127.000 statt zuvor 125.000 rund 1,6 Prozent mehr Auszubildende*. Die Zahl der mitarbeitenden, nicht sozialversicherungspflichtigen Familienangehörigen steigt von 308.000 auf 312.000 Personen, plus 1,3 Prozent. Die Freien Berufe beschäftigen über 4.303.000 Personen, zuvor waren es 4.030.000 Personen. Das sind 6,8 Prozent mehr.

Insgesamt arbeiten 5.753.000 Personen in den Freien Berufen, plus 5,3 Prozent gegenüber 5.462.000 Personen im Vorjahr.

*Die letztverfügbaren Werte datieren aus statistischen Gründen auf den 30. Juni des Vorjahres, der über den gesamten Jahresverlauf und damit zum Stichtag 1. Januar 2020 aufgrund der geringsten saisonalen Schwankungen am aussagekräftigsten ist und einen belastbaren Durchschnittswert bildet.

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