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Rentenversicherung und Altersvorsorge

Die verkammerten Freien Berufe (Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker, Architekten, Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater und –bevollmächtigte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer, Ingenieure und Psychotherapeuten) sind unabhängig vom wirtschaftlichen Status der Berufsausübung als Angestellte oder Selbstständige Pflichtmitglieder im berufsständischen Versorgungswerk ihrer Kammer. Angestellt Tätige können sich zugunsten des Versorgungswerks von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen, wenn neben der Pflichtmitgliedschaft im Versorgungswerk auch Pflichtmitgliedschaft zur Kammer bereits vor dem 01.01.1995 bestand. Diese Doppelanforderung erfüllen alle Berufsstände, außer denen der Ingenieure und Psychotherapeuten. Auskünfte zur Mitgliedschaft im Versorgungswerk im Einzelfall erteilt das zuständige Versorgungswerk, zu allgemeinen Fragen der berufsständischen Versorgung die Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen (ABV) (Link: www.abv.de).

Auch unter den nichtverkammerten Freiberuflern gibt es Personen, die nach § 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI über die Deutsche Rentenversicherung Bund (Link: www.deutsche-rentenversicherung.de) (ehemals Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA)) rentenversicherungspflichtig sind, da sie laut Gesetzgeber als sozial schutzbedürftig gelten. Zu diesem Personenkreis zählen insbesondere:

  • Lehrer, Erzieher, wenn diese ohne versicherungspflichtigen Arbeitnehmer tätig sind
  • Pflegepersonen ohne versicherungspflichtigen Arbeitnehmer: Physiotherapeuten sind versicherungspflichtig, da weisungsabhängig (vom Arzt überwiesen)
  • Hebammen und Entbindungspfleger
  • Künstler und Publizisten (über die Künstlersozialkasse)
  • Hausgewerbetreibende
  • Küstenschiffer und Küstenfischer
  • bestimmte Handwerker
  • Arbeitnehmerähnliche Selbstständige: Selbstständige ohne versicherungspflichtige Arbeitnehmer, die auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig sind

Im Zusammenhang mit der Sozialversicherungspflicht ist auch die Frage, ob eine Scheinselbstständigkeit vorliegt, von Bedeutung. Hierzu hat die Deutsche Rentenversicherung Bund ein Statusfeststellungsverfahren erarbeitet. Erste Informationen gibt es auch hier (Link zur Seite „Scheinselbstständigkeit“).

Unabhängig davon, ob eine Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Rentenversicherung besteht oder nicht, sollten insbesondere Freiberufler, die keinen Zugang zu berufsständischen Versorgungswerken haben, zusätzlich eine private Altersvorsorge betreiben.


Private Altersvorsorge

Viele Angehörige der Freien Berufe - in der Regel die so genannten "verkammerten Freien Berufe" - haben die Möglichkeit bzw. sind verpflichtet, in ein berufsständisches Versorgungswerk einzutreten. Über dieses sind sie ausreichend für das Alter und den Ruhestand abgesichert. Eine große Zahl von Freiberuflern hat diese Möglichkeit jedoch nicht und ist somit gezwungen,  private Altersvorsorge vorzunehmen. Nachdem auch der Staat die Bedeutung und Notwendigkeit der privaten Altersvorsorge erkannt hat, hat er sich zum Ziel gemacht, diese steuerlich zu fördern. Dabei herausgekommen ist die bekannte Riester-Rente. Weniger bekannt dagegen ist die Rürup-Rente. Worin liegt also der Unterschied?

Riester-Rente

Die Riester-Rente wird an dieser Stelle nicht genauer beschrieben, da für Freiberufler und Selbstständige, sofern sie nicht pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung sind, ein Riester-Vertrag ohnehin und per se ausgeschlossen ist. Ein Riester-Vertrag steht lediglich Arbeitern, Angestellten, Beamten und ihren Angehörigen offen.

Rürup-Rente: Altersvorsorgemodell für Gutverdiener

Mit dem Alterseinkünftegesetz wurde im Jahr 2005 nach der Riester-Rente ein weiteres, steuerlich gefördertes Vorsorgeprodukt eingeführt, das insbesondere Selbstständige mit höherem Einkommen und somit hohem Steuersatz zur Vorsorge ermutigen sollte: die Rürup-Rente, auch Basis-Rente genannt. Diese private Leibrente sichert eine Rentenzahlung an den Versicherten bis ans Lebensende.

Um sich die staatliche Förderung zu sichern, gilt es hierbei einige Besonderheiten zu beachten:

Die Leistungen werden später ausschließlich als Rente – also in monatlichen Raten – gezahlt. Eine einmalige Auszahlung ist nicht möglich. Teilentnahmen wie bei der Riester-Rente sind nicht möglich. Der Beginn einer Rentenleistung ist frühestens ab Vollendung des 60. Lebensjahres möglich. Die Versicherung kann weder vererbt, übertragen, beliehen oder veräußert werden. Ein großer Vorteil ist allerdings, dass die Rürup-Rente im Gegensatz zu anderen privaten Vorsorgeprodukten von Selbstständigen während der Ansparphase nicht pfändbar und damit auch "Hartz-IV-fest" ist.

Damit konzentriert sich die Rürup-Rente auf ein einziges Ziel: steuerlich begünstigt für das eigene Alter vorzusorgen. 

Die geförderte Rürup-Rente kann nach Steuern ein renditestarkes Produkt sein, das im Vergleich mit anderen Vorsorgeprodukten bestehen kann. Und: Erstmals bringt die Rürup-Rente auf Grund des hohen Sonderausgabenabzugs echte Steuervorteile für Selbstständige. Wie groß die Steuerersparnis bei einer Rürup-Rente ist, hängt von mehreren Faktoren ab, u. a. vom persönlichen Steuersatz.

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